Überspringen zu Hauptinhalt
Meine Meinung: Desinformationen Und Unwahrheiten Rund Um Die Glasfaser

Meine Meinung: Desinformationen und Unwahrheiten rund um die Glasfaser

Meine Meinung – heute von Thomas Stoll

Ich bin wie der Gewerbeverein und Herr Harnack fassungslos über die Desinformationen und Unwahrheiten, die in einigen Foren und Leserbriefen gegen das aus meiner Sicht uneingeschränkt unterstützenswerte Angebot der Deutschen Glasfaser verbreitet werden.

Die Marktgemeinde hatte sich um ein Angebot der Telekom bemüht. Die Telekom hat der Marktgemeinde und damit uns Bürgern aber leider eine Absage erteilt. Dass ein Unternehmen wie die Deutsche Glasfaser (ebenso die Telekom) wie jeder Handwerker und jeder andere Gewerbetreibende auch gewinnorientiert arbeiten, kann kein ernst gemeinter Vorwurf sein. Für die Deutsche Glasfaser rentiert sich ihre Investitionen in die Infrastruktur nicht, wenn ein Kunde unzufrieden ist und schon nach 2 oder 4 Jahren den Anschluss wieder kündigt und er zurück zum Kupferanschluss der Telekom wechselt (was ja stets möglich ist). Die befürchteten willkürlichen Preiserhöhungen der Deutschen Glasfaser halte ich daher für unbegründet. Das Kupfernetz ist ja nur deswegen reguliert, weil es von dem ehemaligen Staatsbetrieb und die Netzinfrastruktur beherrschenden Unternehmen Telekom betrieben wird. Der Staat wird uns aller Wahrscheinlichkeit nach den Netzbau diesmal nicht schaffen (und schon gar nicht kostenlos).

Ihr einziges Argument richtet sich gegen den (Mehrheits-)Gesellschafter der Deutschen Glasfaser, der auch (Mehrheits-)Gesellschafter von WMF, KION (Linde- und Still-Gabelstabler), Wincor-Nixdorf, Demag, ATU/Auto-Teile-Unger, MTU (kürzlich in den DAX aufgenommen) ist oder war. Andere bekannte und derzeit oder in der Vergangenheit von Private Equity-Fonds gehaltene Unternehmen sind der Düngerhersteller COMPO, der Armaturenhersteller Grohe, Gardena und HUGO BOSS. Würden Sie mit den gleichen Argumenten gegen Produkte dieser Unternehmen Stimmung machen und Mitbürger gegen den Kauf von deren Produkte aufbringen?

Wenn Sie sich persönlich gegen eine zukunftsträchtige Infrastruktur entscheiden, ist dies ihre private Entscheidung. Wenn Sie mit falschen oder neben der Sache liegenden Beiträgen aktiv Stimmung gegen ein für unsere Gemeinde und vor allem ihre Bürger wichtigen Infrastrukturprojekte machen, kann dies nicht unwidersprochen bleiben.

Highspeed-Datenübertragungen machen Homeoffice-Tätigkeiten möglich, wenn durch Fahrverbote und weiter steigende fossile Energiepreise die Mobilität eingeschränkt wird. Fahrten in die Städte, um dort in Büros den ganzen Tag an einem Rechner im Internet zu arbeiten, kann mit einem zukunftsfähigen Netz vielfach entbehrlich werden. Ich halte das Angebot der Deutschen Glasfaser für eine einmalige Gelegenheit. Lassen Sie uns nicht bewusst oder unbewusst unsere eigene Zukunft verbauen.

In der Marktgemeinde hatte sich vor wenigen Jahren schon einmal zu wenige Bürger für einen Erdgasanschluss entschieden. Wenn in naher Zukunft Ölheizungen oder Holzkaminöfen aus Umweltschutzgründen verboten werden sollten, werden sich z.B. viele Gunzenbacher über ihre damalige Entscheidung gegen einen Erdgasanschluss ärgern, der insgesamt einen Erdgasanschluss in Gunzenbach verhindert hat. Die Gründe damals waren zumeist auch, dass man irrtümlich glaubte, man „brauche diese Infrastruktur persönlich nicht“ (man habe ja noch eine brauchbare Ölheizung oder Holz).

Kaiser Wilhelm II. behauptete auch, dass das Auto keine Zukunft habe, sondern er vielmehr weiter an das Pferd als Transportmittel glaube. Eine vergleichbare Fehleinschätzung sollten wir in der Markgemeinde hoffentlich nicht mehrheitlich treffen.

Thomas Stoll

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen
×Suche schließen
Suche